EUSTORY YOUTH ACADEMY, BERLIN/DEUTSCHLAND, 28.7.-4.8.2007

“Gemeinsame Werte – der Einfluss von Islam, Judentum und Christentum auf die Identität in Europa”
In Zusammenarbeit mit dem wannseeFORUM, Berlin

Tagebuch von Laura Studer

Fotos

youth_academy_4742

Szene aus der Schlusspräsentation

Photo: David Aussehofer

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer kamen aus Dänemark, Deutschland, Estland, Italien, Lettland, Polen, Russland, der Schweiz, Serbien, der Slowakei, Slowenien, Tschechien, der Ukraine und Wales. In ihren Heimatländern wurden sie für Arbeiten zur Familien- und Lokalgeschichte ausgezeichnet, die sie im Rahmen eines nationalen EUSTORY Geschichtswettbewerbs erforscht hatten.

In Berlin stand für sie der Dialog über die gemeinsame Geschichte im Mittelpunkt. Inwieweit besteht ein Zusammenhang zwischen Islam, Judentum und Christentum und einer europäischen Identität? Sind säkulare Ursprünge wie »Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit« möglicherweise viel bedeutsamer? Antworten auf diese Fragen suchten die Jugendlichen in der Begegnung untereinander und mit Angehörigen der drei Glaubensgemeinschaften.

Die deutsche Hauptstadt erwies sich als geeigneter Platz, um Antworten auf diese Fragen zu finden. Berlin ist Heimat für Menschen aus vielen Regionen Europas und der Welt. Die jüdische Gemeinschaft gewinnt an Bedeutung, und auch die Zahl der Moscheen ist im Zunehmen begriffen. Ein Dialog über gemeinsame Werte ist deshalb unentbehrlich für gemeinsames Zusammenleben in der Stadt.

Historische Quellen zu Religionskonflikten in der europäischen Geschichte bildeten den Ausgangspunkt für Gruppenarbeiten. Die Jugendlichen werteten die Texte aus und erkannten dadurch unterschiedliche Perspektiven auf eine gemeinsame Vergangenheit von Judentum, Christentum und Islam. Die Resultate der Textauswertung bildeten die Grundlage für die Vorbereitung von Interviews.
Treffen mit Angehörigen und offiziellen Vertretern der drei Religionsgruppen, wie auch Gespräche mit Experten, standen denn auch im Zentrum der Studienwoche. In kleinen Gruppen sprachen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit insgesamt sechs Personen und hatten so die Möglichkeit das Thema aus unterschiedlichen Perspektiven zu betrachten. Die Jugendlichen wollten herausfinden, wie die Interviewpartner den Einfluss der drei Glaubensrichtungen auf die europäische Geschichte wahrnahmen, wie sie die aktuelle Situation einschätzten, wie sie das Zusammenleben der unterschiedlichen Religionsgemeinschaften in Berlin beurteilten und was getan werden könnte oder müsste, um das gegenseitige Verständnis zu fördern.
In einem dritten Schritt wurden die Interviews und Texte medial weiterverarbeitet: Die Jugendlichen schrieben ihre eigene Zeitung, drehten Kurzfilme, nahmen eine Radiosendung auf und bereiteten Theater-Sequenzen vor. Die unterschiedlichen Medien wurden in eine Schlusspräsentation zusammengeführt.
Last but not least, hatten die Jugendlichen die Poster ihrer Wettbewerbsbeiträge mitgebracht, um ihre prämierten Projektarbeiten vorzustellen. Die Poster wurden in der Eingangshalle des wannseeFORUM ausgestellt und gaben einen eindrücklichen Einblick in die Arbeit der jungen Forscher.

youth_academy_4329 youth_academy_4769

EUSTORY Youth Academy at the WannseeFORUM in Berlin