EUSTORY 5TH YOUNG ADULTS’ ACADEMY, SAN SERVOLO/ITALIEN, 18.-25.9.2005

“Mensch und Umwelt in der Geschichte – Venedig als Beispiel für diese wechselseitige Beziehung”

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Bericht (Englisch)

Erlebnisbericht von Andrea Buchschacher:

“Je zwei Teilnehmer aus vierzehn verschiedenen Ländern waren an diesem internationalen Seminar auf der Insel San Servolo vertreten: Deutschland, Estland, Italien, Lettland, Norwegen, Polen, Russland, Serbien, Slowakei, Slowenien, Schweiz, Tschechische Republik, Ukraine und Weissrussland.

Nach einer ersten Kennenlernphase und einem Besuch in Venedig, stellten die vier Teamleiter das Programm der Woche und der zu bearbeitenden Themen vor. Man durfte wählen, mit welchem Thema man sich in der nächsten Zeit auseinandersetzen wollte. Zur Auswahl standen Wasser und Abfall. Diese Themen waren allerdings schon im Vorfeld bekannt gewesen, anhand Fragebögen hatte man sich zu Hause ein bisschen eingearbeitet. Im Zentrum der anzustellenden Forschungen stand Venedig.

In zwei Gruppen unterteilt machten sich nun, geleitet durch je zwei Teamleiter, 27 junge Leute aus Europa an die Arbeit. Wir haben Interviews geführt mit Fachpersonen aber auch mit Touristen und Venezianern. Wir haben die vorher gesammelten Informationen über unser eigenes Land untereinander verglichen und Schlüsse daraus gezogen. Wir haben auf verschiedene Brainstormingmethoden zurückgegriffen, um Fragen und Informationen zu bearbeiten, und präsentierten am Schluss der Woche unsere Ergebnisse.

Diese Academy war für mich eine positive Erfahrung. Ich habe mich zum ersten Mal in meinem Leben bewusst als Europäerin gefühlt. Mit so vielen gleichaltrigen Menschen aus ganz verschiedenen Nationen zusammenzuarbeiten, ist nicht ganz einfach. Jedoch nicht weil sie aus anderen Ländern kommen, eher weil jeder einen anderen Charakter besitzt. Und trotz dem Stolperstein Sprache, seinetwegen kam es zu einigen Missverständnissen, konnten wir am Schluss ein Resultat aufweisen.

Sehr interessant fand ich, dass Fragen wie: Wie ist denn das bei euch? Was ist anders als früher? Wie fühlen sich die Bürger und Bürgerinnen in deinem Land? direkt an Menschen gestellt werden konnten, und nicht aus Büchern oder Medien herausgesucht werden mussten. Einen solchen Austausch mit Jugendlichen hatte ich bis jetzt noch nie in dieser Art erlebt. Sehr lustig war es auch, wenn über Traditionen und Essgewohnheiten diskutiert wurde. Beobachtungen wie, je östlicher die Länder, desto stolzer sind die Jugendlichen auf ihre Herkunft, auf ihre Heimat, waren für mich sehr aufschlussreich und interessant. Die Atmosphäre auf der Insel war meist sehr herzlich, und ich habe viele, sehr liebe Menschen kennen gelernt. Es ist schön zu wissen, dass man nun eine Art europäisches Netzwerk besitzt und ich hoffe es bleibt bestehen.

Ich finde es grossartig, dass es solche Youth Academies gibt, sie fördern wirklich den internationalen Austausch und bringen Menschen zusammen die sich sonst nie kennen lernen würden. Es ist eine einmalige Gelegenheit einzigartige Erfahrungen zu machen, man muss nur ein bisschen weltoffen und neugierig sein.

 

Thalwil, 19.10.2005 Andrea Buchschacher”