EUSTORY SOMMERAKADEMIE, BERLIN/DEUTSCHLAND, 31.7.-7.8.2005

“Ost – West: Europa nach Kommunismus und Wiedervereinigung”

Fast 15 Jahre nach dem Fall der Berliner Mauer scheint die Teilung zwischen Osten und Westen bereits Geschichte zu sein. Dennoch sind die Stereotypen bezüglich Osten und Westen immer noch lebending und beeinflussen unsere Wahrnehmung von Europa. 45 Preisträger aus verschiedenen den EUSTORY-Ländern sowie Lehrer versuchten herauszufinden, was “Osten” und “Westen” heute bedeutet.

Programm (Englisch)

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Estland, Italien, Lettland, Norwegen, Polen, Russland, Serbien & Montenegro, Slowakei, Slowenien, Ukraine, Wales, Weissrussland und natürlich die Schweiz: Das sind die Länder, aus denen im August dieses Jahres jeweils drei glückliche und verdiente PreisträgerInnen des EUSTORY Geschichtswettbewerbs nach Berlin reisen durften.

In der wunderschönen alten Villa, romantisch an einem Seitenarm des Wannsees gelegen, trafen sich die Jugendlichen aus ganz Europa, um während einer Woche auf Kosten der Körber-Stiftung die Früchte der geleisteten historischen Arbeit zu geniessen – wobei allerdings unter geniessen nicht alle genau das gleiche verstanden, wie sich schon bald zeigte.

Die Organisatorinnen der Koerber-Stiftung hatten ein ambitioniertes Programm auf die Beine gestellt, welches dem Titel „Akademie“ alle Ehre machte. In sechs Gruppen bunt durcheinander gemischt, sollten die Jugendlichen sich mit dem Thema „OST – WEST: Europa nach Kommunismus und Wiedervereinigung“ auf je spezifische Art und Weise auseinandersetzen: „Die Bedeutung der Arbeit im Wandel der Geschichte“ als Radiobeitrag etwa oder als Tanztheater, „Migration“ als Multimediaprojekt oder Seminarzeitung, „Werte im Alltag“ als DVD-Produktion und „Jugend zwischen Partizipation und Modewahn“ als Fotoausstellung.

Zu Beginn überwog die Skepsis, doch das änderte sich bald. Fanny aus Nyon, einer der drei Schweizer Teilnehmerinnen, schreibt dazu:

„Travailler en groupe nous a aidé à nous ouvrir aux autres, et le fait de mélanger tous les pays systématiquement était une bonne idée, même si quelques fois l’esprit de groupe était un peu trop poussé à mon avis, on ne peut pas forcer les gens à se parler et cela a quelques fois provoqué des malentendus! Mais cela ne nous a pas empêché de rencontrer des gens formidables, et de nous amuser, bien évidement!“

Das Titelbild des Zeitungsprojekts gibt etwas von der Stimmung wieder, welche in den Gruppen herrschte:

Christine aus Schwyz machte ähnlich positive Erfahrungen: „Der Austausch mit Jugendlichen aus anderen Teilen Europas, insbesondere aus ehemals kommunistischen Staaten, war sehr interessant und anregend. Für die meisten von ihnen ist die Zeit des Kommunismus und des Kalten Krieges nach wie vor sehr präsent. Geschichte wird viel greifbarer und lebensnaher, wenn man sie mit Menschen und deren persönlichen Schicksalen verbinden kann.“

Die Stadt Berlin stand natürlich auch auf dem Programm – die obligate Stadtrundfahrt und der Besuch von Checkpoint Charlie genauso wie das Nationalmuseum, das Reichtagsgebäude oder, wie hier auf dem Foto, die Ausstellung auf dem Gelände „Topographie des Terrors“.

Den drei Schweizerinnen (Christina, Fanny, Orane) gefiel es bestens…

Manche, vor allem die älteren TeilnehmerInnen, hätten wohl gerne etwas mehr vom städtischen Nachtleben gehabt, was aber wegen der jüngeren nicht ging. Stattdessen gab’s nächtlichen Aktivitäten in und um die Villa, und die waren dem Vernehmen nach auch nicht ohne…

Am Ende der Woche wurden die Projekte präsentiert. Und weil auch die Begleitpersonen während der Woche nicht untätig geblieben waren, erhielten auch sie Gelegenheit zu brillieren – wie hier beim Singen der „Internationale“, dem Höhepunkt der leicht verschwommenen szenischen Darstellung des Ost-West-Konflikts.

Als es schliesslich darum ging, die Woche zu bewerten, waren sich alle einig…

Nach einer allzu kurzen Woche fiel der Abschied schwer. Die Freundschaften, die hier entstanden waren, werden mit Sicherheit über alle Grenzen und Distanzen hinweg weiter bestehen. Auch darin waren sich alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer einig!

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